Hildegard von Bingen

Hildegard von Bingen war eine außergewöhnliche Persönlichkeit. Sie lebte von 1098 bis 1179 also im Mittelalter, als Äbtissin in einem Benediktiner Kloster im pfälzischen Bingen. Die besondere Bedeutung der Hildegard von Bingen liegt in ihren vielen Tätigkeiten. Sie war nicht nur Predigerin und deshalb nur an Religion interessiert, sondern befasste sich auch mit naturwissenschaftlicher Forschung, Medizin und Kosmologie, wodurch sie vielen Zeitgenossen im Mittelalter weit voraus war.
Im Zuge ihrer Beobachtungen, verfasste sie mehrere Bücher und Abhandlungen über die Natur. Eines der Bücher handelte ausschließlich von den Mineralien. Es schuf die Grundlage zur modernen Steinheilkunde, die sich noch immer in Teilen auf dieses Buch beruft.


Hildegard von Bingen: Heilkunde

Verfolgt man die Geschichte der Steinheilkunde von ihren Anfängen bis heute, so führt sie einen unweigerlich zu einer der bedeutendsten, historischen Figuren in der Naturheilkunde; Hildegard von Bingen. Sie war religiöse Predigerin, Medizinerin, Musikerin u. v. m. und verfasste bis zu ihrem Tod, in einem für damalige Verhältnisse biblischen Alter von 82 Jahren, zahlreiche Schriften, die nicht nur für die Steinheilkunde bis heute von Bedeutung sind, sondern in verschiedenen Naturheilverfahren und in den Naturwissenschaften Grundlagen schufen. In ihrer Liber simplicis medicinae oder Physica (1151-1158) beschreibt Hildegard von Bingen in einer ausführlichen Abhandlung mehr als 500 Tiere, Steine, Elemente und Pflanzen, die dann, wie in ihrem Nachfolgebuch Liber compositae medicinae oder Causae et curae beschrieben, zur Heilung von Krankheiten eingesetzt werden können.

Die Heilkunde der Hildegard von Bingen basiert auf einer ganzheitlichen Sichtweise auf den Menschen. Sie sieht Krankheiten als Zusammenwirken von verschiedenen Kräften auf Körper und Seele des Patienten. In ihrer Behandlungsweise werden nicht nur die Symptome einer Krankheit kuriert, sondern die Ursachen erforscht und behandelt. Damit stimmt die Lehre der Hildegard von Bingen mit den heutigen naturheilkundlichen Verfahren überein, die ebenfalls auf dieser Grundtheorie beruhen.

Hildegard von Bingen: Heilsteine

Hildegard von Bingen schrieb als erste ausführlich über die Wirkung von Heilsteinen. In ihrem Heilsteine Lexikon fanden sich sowohl Berichte über 24 Heilsteine, die größtenteils noch heute von der Steinheilkunde wegen ihrer Heilwirkungen geschätzt werden, als auch Berichte über die Ursachen der Heilwirkungen und Anwendungen.

In ihren Anwendungen vereinte Hildegard von Bingen ihre Beobachtungen mit dem medizinischen Wissen der Zeit des anfangenden 12. Jahrhunderts, daher erscheinen manche Anwendungen heute als seltsam bis hin zu komisch. Diese Anwendungen von Hildegard von Bingen sollten deshalb auch nicht mehr ausgeführt werden, denn vielfach waren sie, wie wir heute wissen, sogar schädlich für den Patienten.

Die Beobachtungen der Hildegard von Bingen weisen jedoch zu den heutigen Erkenntnissen deutliche Parallelen auf. Deshalb lohnt es sich einen Blick in ihr großes Wissen über Steine. Denn mit Hildegard von Bingen, als historischer Ausgangsposition, ist die Steinheilkunde zu einer umfangreichen Forschung geworden und kann heute von vielen Hundert Steinen und ihren Wirkungen berichten.

Hildegard von Bingen: Steinheilkunde

In ihrer Physica schreibt Hildegard von Bingen in De Lapidibus: „Gott […] ließ weder das Strahlen noch die Kräfte der Edelsteine vergehen, denn er wollte, dass sie auf Erden geschätzt und gepriesen würden und als Heilmittel dienen.“ Hildegard von Bingen erklärt in dieser Einführung zum Thema Heilsteine damit zwei Aspekte.

Zum einen beschreibt sie die „Strahlen“ und „Kräfte“ von Edelsteinen. Heilsteine verfügen ihrer Meinung nach also über eine Kraft oder Energie, wie es die moderne Steinheilkunde beschreibt und heute durch das elektromagnetische Feld der Steine erklärt. Diese Energie rührt daher, dass der Stein bei seiner Entstehung in Vulkanen, etc. bestimmte Schwingungen bekommt, die er wiederum an andere Objekte weitergeben kann. Auch Hildegard von Bingen sah bereits im 12. Jahrhundert den Zusammenhang zwischen der Entstehung des Steins aus „Wasser und Feuer“ und ihrer Heilwirkung.

Zum anderen beschreibt Hildegard von Bingen in dem vorangegangenen Zitat auch die Wirksamkeit dieser Kraft der Steine als Heilmittel für den Menschen. Sie wird in der modernen Steinheilkunde durch die verschiedenen Eigenschaften eines Heilsteins erklärt: den Entstehungsprozess, die Formen und die Kristallstruktur, die Farben, die verschiedenen Mineralklassen, sowie die im Edelstein vorhandenen Metalle. Viele dieser Aspekte werden auch bei den Steinen der Hildegard von Bingen bereits erwähnt.


Hildegard von Bingen: Heilsteinlexikon

Hildegard von Bingen beschreibt 24 Heilsteine in ihrem Heilsteinlexikon, die eine Heilwirkung für den Menschen besitzen. Weitere Steine, die sie erwähnt, sind in ihren Augen hingegen weniger bedeutend. Viele andere Steine, die man heute kennt, waren im Mittelalter noch unbekannt. Die wichtigsten Edelsteine, die Hildegard von Bingen nennt, sind auch noch heute in der Steinheilkunde sehr relevant und zählen zu den wichtigsten Heilsteinen.



Achat: Hildegard von Bingen (Jaspis)

Der Achat wirkt nach den Lehren von Hildegard von Bingen entgiftend auf Insektenstiche, schützt gegen Fallsucht und Mondsucht. Auch gegen Diebstahl soll dieser Stein als Schutzstein wirken. In der Steinheilkunde wird der Achat auch heute gegen Schwindel, Kopfschmerzen und Hautkrankheiten eingesetzt.

Amethyst: Hildegard von Bingen

Dieser Edelstein hilft nach Hildegard von Bingen gegen Schwellungen und Flecken auf der Haut. Auch gegen Insektenstiche kann dieser Heilstein eingesetzt werden, indem man ihn mit Speichel anfeuchtet und auf die Körperstelle legt. Als Edelsteinwasser wirkt der Heilstein auch gegen Läuse. Wegen seiner reinigenden Wirkung wird er auch in der modernen Steinheilkunde besonders gerne angewandt.

Chrysopras: Hildegard von Bingen

Bei dem Chrysopras der Hildegard von Bingen handelt es sich vermutlich eher um einen getönten Chalzedon, wie die Steinheilkunde herausfand. Er wurde gegen Gicht und als entgiftendes Mittel eingesetzt. Zornige Menschen sollte der Stein, auf die Kehle gelegt, beruhigen. Auch gegen Epilepsie sollte er helfen. Heute werden diese Steine bei der Entschlackung eingesetzt, je nach Farbe des Steins jedoch noch darüber hinaus in vielfältiger Weise.

Bergkristall: Hildegard von Bingen

Der Bergkristall soll nach Hildegard von Bingen gegen Beschwerden an der Schilddrüse helfen, gegen Herzleiden und Bauchschmerzen wirken und allgemein Kraft und Ausdauer geben. Bis heute ist er einer der kräftigsten Heilsteine, der auch zur Verstärkung der Wirkung von anderen Heilsteinen eingesetzt wird.

Jaspis: Hildegard von Bingen (Aventurin)

Auch bei dem von Hildegard von Bingen benutzten Begriff Jaspis, war, laut der Meinung der modernen Steinheilkunde, wohl eher eine grüne Quarzvariante gemeint. Er wurde gegen Taubheit verwendet, indem man ihn erwärmte und mit einer Vorrichtung in das Ohr eingeführt hat, wodurch sich durch die Wärme die Nasennebenhöhlen öffneten und Eiter ablaufen konnte. Auch gegen Gicht wurde der Heilstein aufgelegt.

Onyx: Hildegard von Bingen (Achat)

Der Onyx (heute: Achat) wurde bei Hildegard von Bingen als Edelsteinwasser aus Wein gegen Augenleiden eingesetzt. Der Wein wurde dann auf die Augen geträufelt. Auch bei Fieber, Herzbeschwerden, Magenleiden und Milzerkrankungen sollte laut Hildegard von Bingen die Einnahme von Onyxwasser auf Weinbasis helfen. Heute wird der Heilstein jedoch vor allem gegen Beschwerden beim Hören und gegen Hörsturz eingesetzt. Seine Heilwirkung bei Sehschwäche ist auch immer noch bekannt.

Saphir: Hildegard von Bingen (Lapislazuli)

Besonders bei Krankheiten der Augen, wie dem Star, sollte der Saphir (heute: Lapislazuli) helfen. Man sollte ihn mit Wein befeuchten und die Augen damit berühren. Bei Blindheit oder Rötungen sollte der Saphir mit Speichel befeuchtet werden und ebenfalls ans Auge gehalten werden. Durch das Lutschen eines Saphirs sollte zudem Gicht vertrieben werden. Auch für klaren Verstand nahm man den Saphir morgens in den Mund. Noch heute wird er u. a. zur Förderung der Konzentration und Klarheit als Heilstein angewandt.

Smaragd: Hildegard von Bingen

Bei Schmerzen soll das Tragen des Smaragds auf der Haut lindernd wirken. Auch das Lutschen des Smaragds kann zu einer Linderung führen, sofern der Speichel ausgespuckt wird. Bei Kopfschmerzen sollte er angefeuchtet werden und über die Stirn gestrichen werden. Als Edelsteinwasser sollte er, nach Hildegard von Bingen, gegen Schleim und Speichelfluss wirken. Noch heute wird der Heilstein häufig auch gegen Entzündungen der oberen Atemwege eingesetzt.

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